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    Festival de Cannes 2013 (Teil IV) – Die männlichen Darsteller

    By Dorothea Holloway | July 19, 2013

    Wenn Ron und ich gemeinsam in Cannes waren,  –  das war bestimmt dreißig Mal  –  konnten wir immer sagen: Wir haben fast alles Wichtige gesehen. Jetzt, da ich alleine war, habe ich mich auf den Wettbewerb und Un Certain Regard konzentriert.

    Beim Blättern im Katalog und an Hand meiner Notizen, möchte ich folgendes erwähnen: Es gab eine Reihe beachtlicher Beiträge, in denen vor allem die männlichen Darsteller durch Präsenz und Können überzeugten. Da fallen mir zunächst die Filme ein, die von der Ökumenischen Jury ausgezeichnet wurden: The Past von Asghar Farhadi, den Partnern der ebenso fabelhaften Berenice Bejo, nämlich Ali Mosaffa und Tahar Rahim. Und in Like Father, Like Son von Kore-Eda Hirokazu ist es Masaharu Fukuyama als Vater,der, sein Sohn ist gerade sechsJahre geworden, erfahren muss, dass der Junge im Krankenhaus vertauscht wurde. Mir fällt Benicio del Toro ein: Er ist der Schwarzfuß-Indianer Jimmy Picard in der gelungenen “2-Männer-Studie” von Arnaud Desplechin Jimmy P. Jimmy, der im 2. Weltkrieg verwundet wurde, scheint an Schizophrenie zu leiden. Der sympathische Psychoanalytiker Devereux aus New York (bewundernswert zurückhaltend: Mathieu Amalric) bemüht sich, durch intensive Gespräche heraus zu finden, was mit Jimmy los ist.

    Devereux: Ay I introduce myself? I am the hospital anthropologist. I am interested in Indians. And if you don’t mind, I’d like to find out a few things about you… What is your Indian name?
    Jimmy: Oxhonita:he:puyo:p.
    Devereux: Oh I don’t speak Pikani. May I ask you what it means?
    Jimmy: Everybody talks about him.

    “Das Leben ist ein Gespräch” oder Jimmy P. gestalten die beiden charismatischen Schauspieler bewegend und unvergesslich.

    Behind the Candelabra (Ma Vie avec Liberace) von Steven Soderbergh – hier ist alles Weltklasse: Regie: Soderbergh – Kamera: Peter Andrews – Ausstattung: Howard Cummings – Musik: Marvin Hamlisch — und vor allem die Schauspieler: Michael Douglas als Liberace und Matt Damon als Scott Thorson.

    Da haben wir Stil, Extravaganz, Glamour, Faszination. Liberace war der höchst bezahlte Musiker und Showstar; er starb 1987. Soderberghs Biopic beginnt 1977 mit einer atemberaubenden Liberace Show in Las Vegas. Auf dem Flügel brennen Kerzen in Kandelabern, (Behind the Candelabra). Liberaces Freund und Bewunderer Scott Thorson –Matt Damon ist ein “Soderbergh Schauspieler” – sitzt am Steuer des Rolls Royce, mit dem der ganz in Silber gekleidete Star auf die Bühne gleitet. Nach fünf Jahren geht die Liaison zu Ende. Liberace, die Diva in Pelz und Glitzer, hat nun Lust auf was Jüngeres. Thorson ist verwundet, wird er es überstehen? Beide Schauspieler sind auf der Höhe ihres Könnens.

    In dieser bewegenden homosexuellen Liebesgeschichte verkörpert Michael Douglas wohl die “Rolle seines Lebens”. Als Bester männlicher Darsteller hätte er in Cannes den Preis verdient. Allerdings: Bruce Dern in Nebraska von Alexander Payne ist auch ganz grossartig!

    Topics: Film Reviews, International Reports | Comments Off on Festival de Cannes 2013 (Teil IV) – Die männlichen Darsteller

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